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Niedrig & Kuhnt

MEIN WEG ZUM ERMITTLER THOMAS BOSSMANN...

Fangen wir mal ganz am Anfang meines Weges an, noch bevor es ├╝berhaupt einen Gedanken an das Fernsehen gab: 2000, mitten im Boom der Boygroups, habe ich zusammen mit drei anderen Jungs die Band BOYZARITY gebildet. Zwei Jahre sp├Ąter l├Âste sich die Band auf. Wir merkten, dass wir nicht wirklich nach vorne kamen und uns fehlte zum Schluss auch die Lust an diesem Projekt weiter zu arbeiten. John, ein Mitglied der Band, fragte mich damals, ob ich in den zwei Jahren ├╝berhaupt Spa├č an BOYZARITY gehabt habe. Nat├╝rlich hatte ich Spa├č an der Arbeit mit den Jungs, aber meine Worte waren damals, dass ich am liebsten zum Fernsehen gehen w├╝rde.

Zwei Wochen darauf rief mich ein anderes Mitglied von BOYZARITY, Jerry, an. Er erz├Ąhlte mir von einem Casting in einem M├╝lheimer Hotel, das f├╝r eine neue Serie bei RTL veranstaltet wurde. Da habe ich meine Chance gewittert. Ern├╝chterung allerdings als ich am Castingtag das Hotel erreichte. Die neue Serie war, wie sollte es auch anders sein, eine Gerichtsshow - das Jugendgericht. Naja egal, dachte ich mir, mitmachen schadet nicht. Das Casting lief gut, so dass zwei Wochen sp├Ąter ein Anruf der RTL-Redaktion folgte. Man bat mir eine Rolle im "Jugendgericht" an. Ich sollte ein T├╝rsteher spielen, der einen gro├čen Textteil hatte. Nat├╝rlich habe ich nicht lange gez├Âgert - ohne Zweifel auch in Hoffnung dadurch vielleicht anderweitig entdeckt zu werden. Gesagt getan, auf in die Fernsehstadt K├Âln. Der Drehtag war super, ich hatte viel Spa├č bei den Arbeiten.

Drei Monate sp├Ąter folgte eine weitere Rolle im gleichen Format. Bei den Dreharbeiten zu dieser Rolle habe ich jemanden kennengelernt, der sich ein Jahr sp├Ąter bei mir meldete. "Immer noch Interesse Fernsehen zu machen?". Ja klar, wenn nicht ich, wer denn dann? Es hatte sich ausgezahlt bei den Dreharbeiten jeden wissen zu lassen, dass ich mir fest vorgenommen habe beim Fernsehen zu arbeiten. Es folgte ein weiteres Casting. Weitaus professioneller aufgezogen als mein erstes Casting. Eingeladen waren nur um die 10 Leute, also alles andere als die gew├Âhnlichen Massencastings. Das Casting lief gut, nur ungeduldig wie ich damals in dieser Situation war, war ich geknickt als man uns nach dem Casting nicht sagte, wer dabei ist und wer nicht. In dem Moment habe ich ein wenig meine Felle davon schwimmen sehen. Naja, dann bleib' ich halt Schlosser, was soll's!

Ja ja, die Rechnung hatte ich ohne "Filmpool" gemacht. Genau eine Woche nach dem Casting folgte der Anruf: "Hey Mischa, hier ist ...! Wollte dir nur mitteilen, du bist dabei! Halt' dich ab Montag bereit, dann starten wir mit den Dreharbeiten". Wow, ich war dabei, geil. Aber warte: Ich habe noch einen Beruf, Schlosser bei Mannesmann. Was ist damit? Ab Montag bereithalten. Klar, wie sollte ich das der Arbeit verklickern? Also war klar: Alles oder nichts. Mein Traum als Schauspieler zu arbeiten war greifbar nahe. Ohne lange zu ├╝berlegen habe ich meinen Job als Schlosser gek├╝ndigt.

Es begannen die Dreharbeiten zu einem Pilotfilm namens "Die Kommissarin". Dieser Film war bereits an "Niedrig & Kuhnt" angelehnt. Nebenbei machte ich noch Promotion, um ├╝ber die Runden zu kommen, da Sat.1 anfangs nur einen Vertrag ├╝ber 19 Folgen mit "Filmpool" abschloss, um die Einschaltquoten abzuwarten. Die Serie hatte Sat. 1 ├╝berzeugt, so dass den 19 Folgen die erste komplette Staffel folgte und ich nun seit neun Jahren den Ermittler Thomas Bossmann spiele.